Grosse Interpreten am Brahms-Festival

Das Musikkollegium Winterthur pflegt eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit grossen Musikerpersönlichkeiten aus aller Welt. Und auch zum Brahms-Festival reisen grosse Interpreten nach Winterthur, um zusammen mit dem Musikkollegium dem Komponisten Johannes Brahms einen Tribut zu zollen.

Musikkollegium Winterthur
Musikkollegium Winterthur

Das Musikkollegium Winterthur wurde 1629 gegründet und ist seit 1875 – damals noch unter dem Namen Stadtorchester Winterthur – ein professionelles Sinfonieorchester. Mit seinen rund 50 Musikerinnen und Musikern gehört es heute zu den führenden Sinfonieorchestern der Schweiz. Es spielt pro Saison gut 40 Konzertprogramme im Stadthaus Winterthur, wobei zahlreiche Kammermusikveranstaltungen hinzukommen. Im Opern- und Ballettfach pflegt das Musikkollegium Winterthur eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Theater Winterthur sowie mit dem Opernhaus Zürich.

Klassik und Romantik sind die Fixpunkte im breiten Repertoire, das sich vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik erstreckt. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten Dirigenten wie Hermann Scherchen oder Joseph Keilberth das Orchester massgeblich. Namhafte Chefdirigenten wie Franz Welser-Möst oder Heinrich Schiff führten diese Tradition fort. Seit September 2016 ist Thomas Zehetmair Chefdirigent des Musikkollegiums Winterthur. Berühmte Solisten und Dirigenten wie Kit Armstrong, Isabelle Faust, Sol Gabetta, Reinhard Goebel, Teo Gheorghiu, Heinz Holliger, Andreas Ottensamer, Michael Sanderling, Fazil Say, Sir András Schiff, Maurice Steger und Christian Tetzlaff sind regelmässig beim Musikkollegium Winterthur zu Gast.

Thomas Zehetmair
Thomas Zehetmair

Thomas Zehetmair gilt als einer der vielseitigsten Musiker unserer Zeit und ist seit vielen Jahren als Dirigent, Geiger und mit seinem eigenen Streichquartett auf den internationalen Konzertpodien und in den Studios präsent. Seit der Saison 2016/17 ist er Chefdirigent des Musikkollegiums Winterthur. Die Einspielung von Anton Bruckners 3. Symphonie zeugt von dieser fruchtbaren Zusammenarbeit. Davor war Thomas Zehetmair Chefdirigent des Orchestre de chambre de Paris und Artistic Partner des Saint Paul Chamber Orchestra, USA.

Von 2002 bis 2014 wirkte er als Music Director der Royal Northern Sinfonia und prägte sie zu einem der führenden Orchester Englands, dokumentiert durch Einspielungen von Sinfonien von Schubert, Schumann, Sibelius, Hans Gál und neu entdeckten Werken von Britten. Als «Conductor laureate» ist er dem Orchester weiterhin verbunden. Ehrendoktorwürden empfing er von den Universitäten in Newcastle und Weimar. In den kommenden Spielzeiten finden Gastdirigate mit dem Helsinki Philharmonic, Seattle Symphony Orchestra, Svetlanov Symphony Orchestra, Moskau, und São Paulo Symphony Orchestra statt. Ab September 2019 ist Thomas Zehetmair Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters.

Cédric Tiberghien
Cédric Tiberghien

Der französische Pianist Cédric Tiberghien gewann beim Concours Long-Thibaud 1998 nicht nur den Hauptpreis, sondern auch fünf Spezialpreise. Nur zwei Jahre später debütierte er in der New Yorker Carnegie Hall. Seither trat er rund um die Welt in allen fünf Kontinenten auf und spielte mit bedeutenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem London Symphony und dem Cleveland Orchestra, dem Boston Symphony und dem Tokyo Philharmonic Orchestra. Als Gast des BBC-Programms «New Generation Artists 2005 bis 07» führte er u. a. den kompletten Zyklus der Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven auf. Darüber hinaus widmet er sich regelmässig der Kammermusik. Zusammen mit der Geigerin Alina Ibragimova unternahm er ausgedehnte Konzerttourneen durch Europa, Australien und Asien.

Am Brahms-Festival spielt Cédric Tiberghien Brahms´ erstes Klavierkonzert am 29. Mai 2019.

Nelson Freire
Nelson Freire

Nelson Freire, geboren in Brasilien, gilt seit mehr als einem halben Jahrhundert als eine der profiliertesten Pianistenpersönlichkeiten. Seine internationale Konzerttätigkeit führt ihn bis heute regelmässig in die wichtigsten Musikzentren Europas und den USA sowie nach Zentral- und Südamerika. Als Solist gastiert er bei den namhaftesten Orchestern, und Klavierabende gibt er in den renommiertesten Konzertsälen in der Alten und Neuen Welt. Zahlreiche Schallplatten- und CD-Einspielung dokumentieren seine eminenten künstlerischen Fähigkeiten. Seine jüngste Aufnahme, von der Presse einhellig gefeiert, galt Klavierwerken von Johannes Brahms. Mit Blick auf dieses ausserordentliche Lebenswerk wurde ihm in Luzern an der ICMA-Gala der Lifetime Achievement Award verliehen.

Am Brahms-Festival spielt Nelson Freire das zweite Klavierkonzert von Brahms am 30. Mai 2019.

Klavierduo Soós Haag
Klavierduo Soós Haag

Das Klavierduo Adrienne Soós und Ivo Haag hat sich längst als eines der führenden Ensembles der Schweiz etabliert, und beide haben der Gattung Klavierduo zu verstärkter Resonanz verholfen. Dabei steht das Spiel an zwei Klavieren und das an einem Instrument zu vier Händen gleichberechtigt nebeneinander. Hinzu kommen regelmässig Auftritte mit Orchestern sowie die Zusammenarbeit mit Sängern und Instrumentalisten, mit denen sie ihr Duo gelegentlich zu einer grösseren Kammermusikformation erweitern. Kompositionsaufträge konnte die beiden Pianisten an namhafte Komponisten wie Dieter Ammann, Rudolf Kelterborn und Krzysztof Meyer vergeben. Zurzeit arbeiten sie für das Label Telos an einer CD-Gesamteinspielung der vier Brahms-Sinfonien in Brahmsʼ eigener Fassung für zwei Klaviere.

Das Klavierduo Soós Haag erleben Sie am "Midi Musical" vom 31. Mai 2019.

Roberto González Monjas
Roberto González Monjas

Der Violinist Roberto González Monjas steht seit der Saison 2013/14 dem Musikkollegium Winterthur als Erster Konzertmeister vor. Daneben ist er als Konzertmeister des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom sowie als Professor im Fach Violine an der Guildhall School of Music & Drama in London und als Joint Artistic Director der Iberacademy im kolumbianischen Medellín tätig.

Ab der Saison 2019/20 wird er Chefdirigent und künstlerischer Berater der Dala Sinfonietta in Schweden. Als Kammermusiker ist er Primarius des Winterthurer Streichquartetts. Er spielt regelmässig mit Künstlern wie Kit Armstrong, Janine Jansen, Andreas Ottensamer, Nicolas Altstaedt und Fazil Say zusammen und blickt auf bereichernde musikalische Kontakte mit John Corigliano, Leonidas Kavakos, Rainer Schmidt, Ana Chumachenco, Gábor Takács-Nagy, Reinhard Goebel, Sir András Schiff und Ferenc Rados zurück. Roberto González Monjas spielt eine Violine von Giuseppe Guarneri filius Andreae von ca. 1703, deren Ankauf durch fünf Winterthurer Familien ermöglicht wurde und die ihm durch die Rychenberg-Stiftung zur Verfügung gestellt wird.

Am Brahms-Festival interpretieren Roberto González Monjas und Kit Armstrong sämtliche Sonaten für Violine und Klavier von Brahms am 1. Juni 2019.

Kit Armstrong
Kit Armstrong

Kit Armstrong ist Amerikaner mit taiwanesischen Wurzeln. Er begann mit fünf Jahren Klavier zu spielen; mit acht gab er sein Konzertdebüt und mit zehn trug er seine erste Komposition vor. Alfred Brendel, bei dem Kit Armstrong studierte, bezeichnete ihn als die grösste musikalische Begabung, der er in meinem ganzen Leben begegnet sei. Längst tritt Kit Armstrong in den bedeutendsten Konzertsälen wie dem Wiener Musikverein, dem Concertgebouw Amsterdam, der Berliner Philharmonie, der Hamburger Elbphilharmonie sowie dem Palais des Beaux-Arts in Brüssel auf. Aber nicht nur als Pianist mit Soloauftritten in den wichtigen Musikzentren der Alten und Neuen Welt hat sich Kit Armstrong einen bedeutenden Namen gemacht, sondern auch als Komponist. Seine Werke werden von der renommierten Edition Peters veröffentlicht. In der Saison 2017/18 war Kit Armstrong Artist in Resonance beim Musikkollegium Winterthur.

Zu hören ist Kit Armstrong mit sämtlichen Sonaten für Violine und Klavier, zusammen mit Roberto González Monjas, am 1. Juni 2019.

Maria Sournatcheva
Maria Sournatcheva

Die russische Oboistin Maria Sournatcheva begann ihre musikalische Ausbildung mit Klavier- und Blockflötenunterricht. Später verlegte sie ihren Interessenschwerpunkt auf die Oboe. 2001 erhielt sie von der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover das Angebot, ihre musikalische Ausbildung in der Oboenklasse von Klaus Becker fortzusetzen. Am Institut zur Frühförderung Hochbegabter (IFF) legte sie den Grundstein für eine internationale Karriere. 2005 war sie Stipendiatin der Yehudi Menuhin Förderung «Live Music Now». In den Jahren 2008 und 2009 war Maria Sournatcheva Solo-Oboistin am Staatsorchester Niedersachsen. Seit der Saison 2012/13 ist sie Solo-Oboistin beim Musikkollegium Winterthur.

Am Brahms-Festival hören Sie Maria Sournatcheva an einer Matinée am 2. Juni 2019 mit dem Programm "Brahms und die Schumanns".

Aleksandr Shaikin
Aleksandr Shaikin

Der aus Russland stammende Pianist Aleksandr Shaikin studierte am Moskauer Konservatorium sowie am Mozarteum in Salzburg. Er erhielt mehrere nationale und internationale Auszeichnungen, und 2015 erspielte er sich den Zweiten Preis beim Concours Géza Anda in Zürich. Seither konzertiert er mit namhaften Orchestern in ganz Europa. Seine Leidenschaft für Kammermusik führte zur Gründung eines eigenen Klaviertrios, mit dem er Preise bei Kammermusikwettbewerben in Graz, Kaluga und Moskau gewann. Gerne erprobt er auch neue Konzertformate. So realisierte er mit dem Tänzer Tadayoshi Kokeguchi eine bemerkenswerte Performance für Klavier und Tanz. Regelmässig spielt er mit Maria Sournatcheva, Oboistin beim Musikkollegium Winterthur. Sie haben zusammen eine CD mit Werken von Brahms und Schumann eingespielt.

Einige dieser Werke hören Sie an der Matinée vom 2. Juni 2019 mit Aleksandr Shaikin und Maria Sournatcheva.

The Zurich Chamber Singers
The Zurich Chamber Singers

Das Ensemble The Zurich Chamber Singers wurde 2015 vom Dirigenten und Pianisten Christian Erny und dem Musikwissenschaftler Emanuel Signer gegründet. Es setzt sich aus 18 jungen Sängerinnen und Sängern aus der Region Zürich zusammen, die sich dem Ensemblegesang in professionellem Rahmen widmen. Die schlanke Besetzung setzt eine grosse Eigeninitiative jedes einzelnen Mitgliedes voraus; Solisten treten jeweils direkt aus dem Ensemble hervor. Mit durchdachten Programmkonzepten treten The Zurich Chamber Singers jeweils projektweise zusammen und widmen sich Chorwerken aller Epochen, wobei ein starker Fokus auf die Förderung junger, vielversprechender Komponisten gelegt wird. Kompositionsaufträge konnten an den US-Amerikaner Kevin Hartnett und an den Nordiren Patrick Brennan vergeben werden.

Am Brahms-Festival geben The Zurich Chambers Singers Brahms´ "Liebesliederwalzer" und weitere Werke am 2. Juni 2019 zum Besten.

Zürcher Sing-Akademie
Zürcher Sing-Akademie

Die Zürcher Sing-Akademie zeichnet sich nicht nur durch ihre hohen klanglichen und musikalischen Ansprüche aus, sondern auch durch ihre Vielseitigkeit und Flexibilität. Nebst der Zusammenarbeit mit zahlreichen Orchestern im In- und Ausland erarbeitet das professionelle Ensemble regelmässig A-cappella–Programme, wobei zum Teil Nicolas Fink die Einstudierung übernimmt. Ein Schwerpunkt liegt auf Werken von Schweizer Komponisten: Mit der Vergabe von Kompositionsaufträgen und Uraufführungen leistet die Zürcher Singakademie zudem einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Chorrepertoires. Seit ihrer Gründung im Jahre 2011 unternahm die Zürcher Sing-Akademie Konzerttourneen nach Deutschland, Italien, Israel, in die Niederlande, in den Libanon, nach Taiwan und China sowie in diverse Hauptstädte Europas.

Die Zürcher Sing-Akademie erleben Sie zum Höhepunkt des Brahms-Festivals am 2. Juni 2019 mit Brahms´ "Schicksalslied" und "Ein deutsches Requiem". 

Sunhae Im
Sunhae Im

Ihre Gesangsausbildung erhielt die aus Südkorea stammende Sopranistin Sunhae Im an der Seoul National University bei Lokyung Pak und bei Roland Hermann an der Hochschule in Karlsruhe. Seit ihrem Bühnendebüt in Europa im Jahr 2000 hat sie ihre künstlerische Vielseitigkeit in zahlreichen internationalen Produktionen unter Beweis gestellt. So gastierte sie an der Berliner Staatsoper Unter den Linden, der Oper Frankfurt, der Staatsoper Hamburg, der Deutschen Oper Berlin, der Opéra National de Paris, am Théâtre du Capitole de Toulouse, am Théâtre La Monnaie Brüssel, am Theater an der Wien sowie an der Korean National Opera. Als gefragte Konzertsängerin sang sie u.a. mit dem New York Philharmonic Orchestra, dem Pittsburgh Symphony Orchestra, den Münchner Philharmonikern sowie dem Orchestre des Champs-Elysées.

Am Brahms-Festival ist Sunhae Im als Solistin im "Deutschen Requiem" am 2. Juni 2019 zu erleben.

Kresimir Strazanac
Kresimir Strazanac

Der Bassbariton Krešimir Stražanac stammt aus Kroatien. Nach dem Abschluss seines Gesangsstudiums war er von 2007 bis 2014 Mitglied am Opernhaus Zürich. 2017 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper, 2018 an der Oper Frankfurt. Auch als Konzertsänger ist Krešimir Stražanac vielfältig tätig. Mit dem Concerto Köln und der Staatskapelle Dresden sang er in Bachs Johannes-Passion, mit dem Gürzenich Orchester Brahmsʼ «Deutsches Requiem», mit den Bamberger Symphonikern Schuberts As-Dur-Messe sowie mit der Akademie für Alte Musik Berlin Beethovens Missa solemnis und Bachs Matthäus-Passion. In der kommenden Saison wird er u.a. bei den Salzburger Festspielen, im Wiener Musikverein, im Londoner Barbican Center, im Festspielhaus Baden-Baden sowie im Leipziger Gewandhaus zu hören sein.

Krešimir Stražanacs sonore Stimme hören Sie im "Deutschen Requiem" am 2. Juni 2019.